Hauptmenü
Sakrale Musik
Orgelmusik unserer Zeit
Ein weitreichendes Spektrum zeitgenössischer Musik für Orgel wird im Rahmen einer Publikationsreihe erschlossen, die sowohl Notenausgaben als auch Einspielungen ausgewählter Kompositionen vorlegt. Während für die Ausgaben insbesondere Werke jüngsten Datums im Vordergrund stehen, integrieren die CD-Programme ebenso Orgelstücke der vergangenen Jahrzehnte.
Zum einen erschließt sich hierdurch der unmittelbare musikalische Kontext neuester Kompositionen, zum anderen werden repräsentative Werke, die in der Regel noch nicht auf Tonträger verfügbar sind, zugänglich gemacht.
Das Angebot richtet sich an Organisten sowie all jene Hörer und Liebhaber von Orgelmusik, die sich für das spannende Feld der gegenwärtigen kompositorischen Auseinandersetzung mit Tradition und Neuem interessieren. Ein besonderer Akzent des Instrumentes Orgel liegt allerdings in seiner historischen und funktionalen Konnotation, die es immer auch zum Symbol für Kirchliches oder Erhabenes macht. Gerade hiermit gehen Komponisten jedoch ganz unterschiedlich um, so daß sich die Adaption auf der einen und die bewußte Negierung traditioneller Musiksprache auf der anderen Seite als Extreme einer umfassenden Varianzbreite gegenüberstehen. Der Are Musik Verlag will dieser Pluralität der Entwicklungen mit der Werkauswahl Rechnung tragen
_______________________________________________
_______________________________________________
CD-REIHE
Gerd Zacher spielt
Juan Allende-Blin: Echelons (1962 - 1968) John Cage: Varations I for any kind and number of instruments (1958) Klaus Linder: En traduisant Herschkowitz (1993) Josep-Maria Mestre-Quadreny: Sonata para Organo (1959) Francis Miroglio: Gravités (1978) Charles Tournemire: Messe de la Pentecôte (1928) Gerd Zacher: Trio (1961) - Uraufführung
Are 7005 2 CDs € 24,00
_______________________________________________
Abbing * Bitsch * Brandmüller * Maurer
spielen
Jutta Bitsch: Fons aquae salientis (1998) Theo Brandmüller: Monodie for I. - In Memoriam Isang Yun
Les Grottes des Eyzies (1989) Miklós Maros: Complementation (1993) Zsigmond Szathmáry: B-A-C-H "Hommage á…" (1990)
_______________________________________________
Abbing * Brandmüller * Schmitt
spielen Brandmüller
an der Orgel in der Ludwigskirche in Saarbrücken
Innenlicht (1982) Interpret: Theo Brandmüller
Sieben Orgelstücke zur Passionszeit nach Reliefs von Richard Heß (1983) Interpret: Christian Schmitt
Vier Carillons über C-A-G-E (2001) Interpret: Jörg Abbing
_______________________________________________
Szathmáry spielt
Lefebvre * Maiguashca * Michel * Otte * Szathmáry
Wilfried Michel: Labial (1986) Zsigmond Szathmáry: Lacrimoso (2001) Mesias Maiguashca: Nemos Orgel (1971/1990) Hans Otte: "Nachklang" für Olivier Messiaen (1992/1997) Claude Lefebvre: Der Nachtbote / le facteur de la nuit (1994)
_______________________________________________
„Formen in der Luft"
Musik des 20. Jahrhunderts für Violine und Orgel Anikó Szathmáry, Violine - Zsigmond Szathmáry, Orgel
Zsigmond Szathmáry:
Cadenza con ostinati für Violine und Orgel Reiko MOROHASHI: Aus dem fernen Himmelsrande – für Violine Solo Hans Ulrich Lehmann: Sonata „da Chiesa“ für Violine und OrgelArthur Vincent Lourié:Formen in der Luft (Formes en l’air) György Ligeti: Etude Nr 1 "Harmonies" Kim Bowman: The Violin
István Lang: Movimento per violino e organo
_________________________________________________________________________________________________
______________________________________________________________________________________
____________________________________________________________________________
NOTENREIHE
_______________________________________________
Burkhard Egdorf Auf!“ – Partita für Orgel
ARE 5002, 21 Seiten; € 8,00
Notenbeispiel
_______________________________________________
Burkhard Egdorf
„Im Querstand“ – Toccata für Orgel
(1995/1996)
ARE 5088
Notenbeispiel
_______________________________________________
Jutta Bitsch „Fons aquae salientis“ – für Orgel
ARE 5521, 15 Seiten; € 8,00
Notenbeispiel
_______________________________________________
Oskar Gottlieb Blarr
„Lischuatcha kiwiti -Sei willkommen...“ Orgelstück über einen Cantus der Görlitzer Tabulatur
(2000)
ARE-5582
Notenbeispiel
_______________________________________________
Joséf Sári "ma non troppo" für Orgel an Zsigmond Szathmáry (1998) 42 Seiten
ARE-5003
Preis: EUR 12.00
Notenbeispiel
##############################################################################
##########################################################################
######################################################################
WIE KLINGT NEUE ORGELMUSIK
Mit dieser Doppel-CD CD wurde eine Reihe eröffnet, deren Ziel es ist, einen Streifzug durch die Orgelmusik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu unternehmen.
Hierbei soll eine repräsentative Übersicht der Möglichkeiten heutigen Komponierens für Orgel vermittelt werden. Orientiert an dem Anspruch, auch in Kompositionen für Orgel Neues zu erproben, haben sich in den letzten vierzig Jahren viele Musikschaffende mit den Techniken der Avantgarde wie auch anderer neuer Strömungen auseinandergesetzt und sie auf das Instrument übertragen. Dabei reicht das Spektrum von experimentellen Beispielen bis hin zu minimalistisch beeinflußten Stücken und erweitert sich seit etwa zwanzig Jahren in Richtung des Stilpluralismus postmodernen Gepräges. Insgesamt ist neben der Vielfalt kompositionstechnischer Methoden vor allem die Erweiterung des spieltechnischen Vokabulars von Relevanz. Eine Rückschau auf die "Historie" Neuer Orgelmusik macht deutlich, dass bereits vor dem Ereignis, das zum Auslöser der regen Suche nach einer Erweiterung der traditionellen Mittel wurde, Orgelkompositionen entstanden, in denen die neuen Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts angewandt sind. Doch blieben diese Versuche mangels Verbreitung überwiegend unbekannt oder wurden lediglich von wenigen Spezialisten wahrgenommen. Der Schritt in die Öffentlichkeit der allgemeinen wie auch der kirchlichen Rezeption wurde durch ein exponiertes Konzert evoziert:
Im Rahmen der Konzertreihe pro musica nova hatte Hans Otte die Avantgardisten Bengt Hambraeus, Mauricio Kagel und György Ligeti beauftragt, je ein Orgelstück zu komponieren.
Die gelieferten Werke, d.h. Interferenzen, Improvisation ajouté und Volumina, wurden nach Überwindung teils spektakulärer Hindernisse von Karl-Erik Welin eingespielt und am 4. Mai 1962 durch Wiedergabe im Sender Radio Bremen erstmalig einem breiten Zuhörerkreis vorgestellt. Schon die Pressereaktionen auf diese die Klaviatur der Möglichkeiten ganz anders nutztenden Orgelkompositionen waren in herausragender Weise heftig und ließen in Folge eine Herausbildung beinahe ideologischer Parteiungen des Für und Wider entstehen.
Beachtlich ist die große Anzahl der in den 1960er und 1970er Jahren entstandenen Orgelkompositionen neuer Orientierung.
Hierbei begegnen neben Imitationen der nun erschlossenen experimentellen Verfahren in umfangreichem Maße individuelle Weiterentwicklungen, die im Schaffen des jeweiligen Komponisten allerdings oftmals Einzelbeispiel bleiben.
Während sich die Stilistik seit den 1980er Jahren deutlich verändert, ist es weiterhin typisch, daß der überwiegende Anteil zeitgenössischer Orgelmusik von konzertierenden Organisten komponiert wird. Doch wie auch zuvor, sind es häufig Komponisten, die der Orgel eher fern stehen, die innovative Exempla vorlegen.
Neu ist heutzutage die Vermischung traditionsnaher Kompositionsmittel mit solchen der ehemaligen Avantgarde sowie die Tendenz zu einer faßlich bleibenden Musiksprache. Beides führt die entstehenden Kompositionen aus dem für die Neue Musik immer noch überwiegenden Dasein im Elfenbeinturm heraus und nähert sie so einem an Orgelmusik interessierten Hörerkreis an.
Obwohl in den letzten Jahren mehrere Orgelkompositionen der erwähnten Richtungen in Einspielung erschienen, steht der Versuch, eine überblickshafte Dokumentation zu erstellen, bislang noch aus. Diesem Defizit entgegenzuwirken, ist Ziel der dieser CD-Reihe, die repräsentative Werke, die überwiegend noch nicht auf Tonträger verfügbar sind, zugänglich macht.
Zudem wird die Tondokumentation durch die Erstausgabe ausgewählter Orgelkompositionen bevorzugt jüngeren Datums ergänzt. Die vorliegende Einspielung Gerd Zachers vereinigt exzeptionelle Kompositionen unterschiedlicher Perioden der Orgelmusik des
20. Jahrhunderts.
Dabei ist die von Zacher getroffene Auswahl aufs Engste mit seiner künstlerischen Laufbahn verknüpft, so daß hier Personalspezifisches nicht nur im Interpretationsstil prägend ist.
Die im Booklet von ihm selbst verfaßten Erläuterungen der gespielten Stücke geben einen Einblick in deren Kontext und Kompositionstechnik.
Daniela Philippi, Mainz