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Sakrale Musik
Messen für Schola und Orgel von Christian Pfarr.
Von der Notwendigkeit, die Kirche ins Dorf zu bringen
Einige von denen, die den Geist - zumal den des 2. Vatikanischen Konzils - am liebsten wieder in der Flasche sähen, haben neuerdings verstärkt die kirchenmusikalische Praxis ins Visier genommen und unter dem Motto „Früher war alles besser“ Änderungen angemahnt, zum Teil auch schon eingeleitet. Also rückwärts ins Goldene Zeitalter?
Zugegeben und bekräftigt: Die Kirchenmusik blickt auf eine über 1500-jährige beeindruckende Tradition zurück. Aber wer zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Rückkehr in die Epochen vor 1900 propagiert und die musikalischen Ausdrucksmittel auf die Spanne von der Gregorianik bis zur Spätromantik beschränkt sehen will, riskiert, dass die musikalisch-liturgische Sphäre als „elitär“ oder, noch verheerender, als „museal“ empfunden wird - einmal ganz davon abgesehen, dass die stilechte Realisierung des Gregorianischen Chorals oder einer Mozart-Messe einen personellen und finanziellen Aufwand erfordert, der nur von großen Kirchengemeinden (und selbst da oft nicht regelmäßig) zu leisten ist.
Also vorwärts in die Moderne?
Erfahrungsgemäß akzeptieren musikalische Laien (somit die Mehrzahl der Gemeindemitglieder beziehungsweise Gottesdienstbesucher) unter allen vom dur/moll-tonalen Konzept abweichenden Systemen nur Pentatonik, Kirchentonarten, Bluenote-Skalen und allenfalls noch Ganztonleitern. Weitergehende „Modernismen“ wie Freitonalität oder serielle Strukturen (mithin der musikalische Grundwortschatz der Neuen Musik) stoßen auf Unverständnis und Ablehnung, würden dem-entsprechend im liturgischen Umfeld nicht nur ihren Zweck verfehlen, sondern geradezu kontraproduktiv wirken. Also seitwärts in den Pop?
Ein Großteil dessen, was unter „Neues Geistliches Lied“ oder „Sacro-Pop“ rubriziert wird, verharrt in der popularmusikalischen Idiomatik vergangener Jahrzehnte - sei es, weil die Lieder schon damals entstanden sind, sei es (und das steht zu befürchten), weil sich die Songschreiber auf diesem Retro-Level gemütlich eingerichtet haben.
Von Rap, R’n’B und New Rock geprägte Jugendliche und junge Erwachsene sind mit diesem Lagerfeuer-Sound jedenfalls nicht in die Kirche zu locken, zumal die Begleitung durch Wandergitarre oder die dafür schlicht ungeeignete Kirchenorgel die ursprünglich gemeinte musikalische Gestalt oft bis zur Karikatur verzerrt. Rock und verwandte Stilistiken überzeugen nur bei professioneller Umsetzung.
Dem steht aber in aller Regel schon das mangelnde stimmliche Potenzial der Ausführenden, vor allem aber auch die akustische Beschaffenheit des Kirchenraums entgegen, der für Schlagzeug und elektrische Gitarren samt der entsprechenden Lautstärke so ungeeignet ist wie eine Turnhalle für gregorianische Gesänge. Also lieber doch alles so lassen wie es ist?
Dringend gesucht: die Quadratur des Kreises.
Eine Kirchenmusik, die nicht nur an Hochfesten in Kathedralen erklingt, sondern auch im sonntäglichen Gottesdienst der Gemeinden an der Basis stattfindet; die traditionelle, moderne und populäre Elemente integriert und zu einer gleichermaßen zeitgemäßen wie zeitlosen Form findet; die sich von Josquin und Bach, aber ebenso von Duke Ellington und Pink Floyd inspirieren lässt; die sowohl künstlerischen als auch praktischen und nicht zuletzt pastoralen Ansprüchen genügt; die die kreative Freiheit hat, sich am Geist und nicht zwangsläufig am tradierten Wortlaut der Liturgie zu orientieren; die in Zeiten abschmelzender Gemeinden und überalterter Kirchenchöre generationsübergreifend wirkt und wirbt; die Banker und Fischer, Schriftgelehrte und Hirten erreicht.
Die vorliegenden Messen versuchen, hierzu ihren Beitrag zu leisten.
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MISSA PENTATONICA
MISSA PENTATONICA für einstimmige Schola und Orgel von Christian Pfarr,
13 Seiten, DIN A4.
Die Missa Pentatonica versteht sich "ähnlich wie die Missa Serena und die Missa Pastorale " als Einladung an Gemeinden, den Gottesdienst künstlerisch zu bereichern und interessierten Gemeindemitgliedern ein musikalisches Aktionsfeld zu bieten, ohne sie gesangstechnisch und zeitlich zu überfordern.
Dabei ist die Missa Pentatonica durch die Beschränkung auf Introitus und Ordinariumsätze sowie den vergleichsweise geringen Umfang der Gesangspartien besonders als "Einstieg" für eine neu formierte Schola geeignet. Ihre Ausführung ist auch für musikalische Laien problemlos und kurzfristig " wenn auch mit angemessenem Probenaufwand " realisierbar.
Die Gesangseinsätze werden durch die Orgelbegleitung tonal vorbereitet, mit Ausnahme des "Sanctus", das auf dem Ton einsetzt, der mit einer Stimmgabel vorgegeben werden kann. Der Stimmumfang bewegt sich durchgehend in der vom Gesangbuch her vertrauten mittleren Lage.
Die Missa Pentatonica kann bzw. soll in den Abschnitten des Propriums durch Gemeindegesang ergänzt werden.
Wegen der Kürze der Sätze und der Beschränkung auf Kernaussagen des liturgischen Textes ist es auch möglich, auf einen Satz der Schola ein passendes Gemeindelied folgen zu lassen.
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MISSA PASTORALE
Christian Pfarr: Missa Pastorale
für einstimmige Schola und Orgel
Die Missa pastorale richtet sich in erster Linie an Gemeinden ohne eigenen mehrstimmigen Kirchenchor, die mit Hilfe einer bereits bestehenden oder neu zu formierenden Schola die musikalische Gestaltung des Gottesdiensts bereichern möchten. Daneben bietet sich die Messe auch als Repertoireergänzung für größere Chöre an.Die Missa pastorale ist vornehmlich für die Zeit "zwischen den Jahren" gedacht, also etwa vom 2. Weihnachtsfeiertag bis Dreikönig, wenn nach der "Stillen Nacht" die erste festliche Hochstimmung abgeklungen ist, die eigentliche Weihnachtszeit gleichwohl erst begonnen hat. Die Missa pastorale erhebt keinen konzertanten Anspruch, sondern ist für den gottesdienstlichen Gebrauch bestimmt. Die gebotene Kürze der einzelnen Sätze bedingt eine Beschränkung auf die wichtigsten Kernaussagen der liturgischen Textvorlage bzw. deren freie Nachdichtung. Dabei bedeutet die Verwendung lateinisch/griechischer Textpartikel eine bewusste Bezugnahme auf die liturgische Tradition. Auf der musikalischen Ebene verbindet die Missa pastorale traditionelle und moderne, populäre und folkloristische Elemente. Anklänge an orientalische Tonalität sollen daran erinnern, in welcher Weltregion das biblische Heilsgeschehen angesiedelt ist.
Da der "pastorale" Charakter im Wesentlichen auf die Propriumsteile beschränkt bleibt, ist die Verwendung von Ordinariumssätzen der Missa pastorale auch außerhalb der weihnachtlichen Festzeit möglich.
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Missa Serena
Christian Pfarr - Missa Serena für einstimmige Schola und Orgel
Vorbemerkung
Viele kleinere Kirchengemeinden verfügen über keinen eigenen Kirchenchor, stellen aber bei besonderen Anlässen eine sogenannte "Schola" aus sangeswilligen Gemeindemitgliedern zusammen, die bei Litaneien und Antiphonen den Part des Vorsängers übernimmt. Die Missa serena bietet einer solchen Schola die Möglichkeit, eine komplette Messe aufzuführen.
Die Missa serena versteht sich in erster Linie als geistliche Gebrauchsmusik: Eine Schola lässt sich problemlos aus circa sechs bis zehn Mitgliedern bilden und ist idealerweise gemischt besetzt; eine Orgel steht so gut wie in jeder Kirche. Die Missa serena berücksichtigt einerseits die stimmlichen Möglichkeiten von Laiensängern, entwickelt andererseits ein eigenständiges, durchaus nicht anspruchsloses musikalisches Profil und leistet einen Beitrag zur attraktiven Gestaltung des Gemeindegottes
dienstes:
- Keiner der zehn Teile der Messe ist länger als ein an der entsprechenden Stelle normalerweise vorgesehener Gemeindegesang; die Integration der Missa serena in den Gemeindegottesdienst verlängert somit nicht dessen Gesamtdauer.
- Die musikalische Faktur ist traditionell bis gemäßigt modern. Sofern Elemente aus Blues, Pop usw. eingeflossen sind, beschränken sich diese auf bestimmte tonale und formale Aspekte und klammern die oftmals kritischen Punkte Rhythmik und Phrasierung aus.
- Der Ambitus des Vokalsatzes entspricht der ungeschulten mittleren Stimmlage (und dem Stimmumfang im Gemeindegesangbuch).
- Falls kein instrumentales Vorspiel den Stimmeinsatz leittonartig vorbereitet, erfolgt der Vokaleinsatz grundsätzlich auf dem "Stimmgabelton" A, der vom Leiter oder der Leiterin der Schola ohne größere Umstände vorgegeben werden kann.
- Die Verwendung lateinischer (bzw. griechischer) Textwendungen in den Ordinariumsteilen betont die Verbindung zur liturgischen Tradition. Die Beschränkung auf wesentliche Kernaussagen des Urtextes kommt heutigem (insbesondere auch ökumenischem) Glaubensverständnis entgegen.
- Neben der kompletten Ausführung der Missa serena besteht die Möglichkeit, einzelne Sätze gesondert aufzuführen.
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 MISSA LUCIDA
Christian Pfarr: Missa Lucida Messe für Schola, Trompete und Orgel
ARE Edition 2098, 12 Seiten, € 9,00
ISMN: 979-050212-098-6
Missa lucida – eine „helle“, eine „klare“ Messe. Hell und klar sind Eigenschaften, die sowohl das Äußerliche als auch den Klang der Trompete charakterisieren, die hier neben der Orgel und der einstimmig geführten Schola das musikalische Geschehen trägt.
Trompete und Kirche – man denkt da fast unwillkürlich an barockes Figurenwerk und mehr oder weniger pompöses Geschmetter.
Aber warum eigentlich diese Beschränkung?
Der Sound der Trompete kann bei der Missa lucida problemlos zwischen klassischem „Strahl“ und dem verhaltenen Ton von Miles Davis’ „Harmon Mute“- Dämpfer wechseln; vielleicht passt zum vom Philly-Soul der 1970er-Jahre beeinflussten kurzen Kyrie besonders gut der warme Glanz des Flügelhorns.
Der Fantasie der Ausführenden sind hier keine Grenzen gesetzt: letztlich entscheidet der (gute) Geschmack. Das gilt in ähnlicher Weise für eine eventuelle „Aufstockung“ des Klangbildes.
So spricht aus musikalischer Sicht nichts gegen eine Verdopplung oder Ergänzung des Orgelsatzes durch zusätzliche Keyboards, beispielsweise ein Fender Rhodes E-Piano (die beigefügte Akkordbezifferung lässt Spielraum für individuelle Interpretation).
Und auch der Einsatz von zusätzlichen Percussion-Instrumenten kann - sofern die akustischen Bedingungen des Aufführungsorts das zulassen - durchaus bereichernd wirken; auch hier bleibt es im Ermessen der Ausführenden, ob sie sich eher von Carl Orff oder Carlos Santana (oder von beiden) inspirieren lassen.
Wäre die Missa lucida demnach eine „Pop-Messe“? Jedenfalls und ganz entschieden nicht im Sinne einer Anwendung der „Neues Geistliches Lied“- Tradition auf den Messezyklus.
Aber ein (post-)konziliares „aggiornamento“ der musikalischen Praxis beim Gemeindegottesdienst - auch mit ökumenischer Perspektive - ist durchaus im Sinne des Verfassers.
Christian Pfarr, im Sommer 2010
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Sternenwege
Christian Pfarr: Sternenwege
ARE Edition 7600, 19 Seiten, € 9,00
Weihnachtsbilder für Schola, Sprecher und Orgel
Aufführungsdauer ca. 15 Minuten
LINK zur Konzerkritik der Allgemeinen Zeitung Mainz
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DREI MESSEN FüR SCHOLA UND ORGEL CAPPELLA VOCALITAS
Christian Pfarr
DREI MESSEN FüR SCHOLA
UND ORGEL
CAPPELLA VOCALITAS
Orgel:
Andreas Leuck Diese CD ist die Aufnahme zu
den Notenausgaben
MISSA PENTATONICA Are 7598
MISSA PASTORALE Are 7597
MISSA SERENA Are 7596
MISSA PENTATONICA: Track 1-6, Länge: 7:04
Introitus - Kyrie - Gloria - Credo - Sanctus - Agnus Dei
MISSA PASTORALE: Track 7-16, Länge: 10:39
Introitus - Kyrie - Gloria - Versett - Credo -
Offertorium - Sanctus - Agnus Dei - Communio - Ite, missa est
MISSA SERENA: Track 17-26, Länge: 13:29
Introitus - Kyrie - Gloria - Alleluja - Credo -
Offertorium - Sanctus - Agnus Dei - Communio - Ite, missa est
Die Missa Pentatonica, die Missa Pastorale und die Missa Serena streben eine Verbindung von Elementen der Choral- und Kirchenliedtradition mit Gestaltungs- und Ausdrucksformen der klassischen Moderne an. Darüber hinaus hat Christian Pfarr die drei Messen mit Anregungen aus Jazz, Blues und Rock zu einem homogenen, organischen Ganzen geformt, das sowohl künstlerischen Ansprüchen als auch praktischen Anforderungen genügt. Diese orientieren sich - durch bewusste Beschränkung auf einstimmige Laienschola, relativ einfache Orgelbegleitung und geringen Umfang - sowohl an ihrer liturgischen Funktion als auch an den strukturellen Bedingungen insbesondere kleinerer Kirchengemeinden. Die Messen verstehen sich somit als konkretes Angebot, den Gemeindegottesdienst künstlerisch zu bereichern, könnten aber darüber hinaus als ästhetischer Entwurf der kirchenmusikalischen Praxis an der Basis grundsätzlich neue Wege erschließen.
Mitwirkende: Cappella Vocalitas ist das "gemischte" Schwesterprojekt des Mainzer Männer-Vokalensembles The Little Tip. www.thelittletip.de Andreas Leuck ist Musiklehrer, Chorleiter und Organist an St. Peter in Mainz.
ARE 7018 Preis € 10,00
Bei Lieferung mit einer der drei Notenausgaben: € 7,00
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Missa Brevis
Lothar Graap: Missa Brevis
ARE 7599, 10 Seiten, € 9,00
Die hier vorliegende Missa brevis besteht lediglich aus einem Kyrie und Gloria.
Als Grundlage zu dieser Bearbeitung dienten "Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit", Text und Melodie 1537/38
nach "Kyrie fonds Bonitatis" um 950 und "Ehre sei Gott in der Höhe", Straßburg 1524.
Diese Missa brevis richtet sich in erster Linie an Kirchenchöre oder ähnliche Gesangsgruppen, die größere Chorwerke nicht in ihr Repertoire nehmen können.
Bei der hier einstimmig gehaltenen Missa brevis empfiehlt es sich, Frauen- und Männerstimmen gemischt einzusetzen. Tempoangaben und Lautstärken sind jeweils von der Raumakustik abhängig. Das Kyrie in seinen drei Teilen ist ruhig, aber nicht
schleppend zu singen, das Gloria soll frisch und fröhlich musiziert werden.
Der Orgelpart ist nicht als Stütze für
den Chor aufzufassen, sondern der eigenständige Charakter sollte hervorgehoben werden.
Die Missa brevis kann aber auch ebenso nur mit einer Solostimme aufgeführt werden.
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Jan Zach (1699/1713 - 1773)
Missa Solemnis in D-Dur
Dedicata Divo Angelo Custodi
für Soli SATB, Chor SATB,
2 Violinen, Viola, 2 Hörner in D,
Violone, Basso continuo
Spieldauer 22'
Herausgegeben von Norbert Hein
Preise der Ausgabe :
Partitur B4 Euro 34,50
44 Seiten
Partitur A4 Euro 25,50
Chorpartitur mit Generalbaß Euro 7,80
60 Seiten
Jede Einzelstimme Euro 4,--
Violine I
Violine II
Viola
Violone
2 Corni
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Friedrich Lux (1820 - 1895)
Missa brevis et solemnis op 72 für Chor, Solisten und Orchester in der Reihe:
Musik vom Mittelrhein
herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische
Musikgeschichte
Band 5
herausgegeben von Wolfgang Birtel, mit einem Vorwort von Günter Wagner
Klavierauszug von Michael Millard